Die Kampagne 2022 ist tot – es lebe die Kampagne 2023!

Die Uniform hängt wieder im Schrank, die Orden sind in der Sammlung verstaut, was für eine schräge Kampagne. Corona, Sturm und am Ende auch noch ein Krieg. Was ging da denn ab? Kann man da überhaupt Fastnacht feiern?

2021 dachten alle, dass es 2022 eine relativ normale Kampagne geben würde, aber wir alle wurden von der Realität überholt. Dabei fing es so gut an. Am 11.11.21 konnten wir unter Auflagen noch einigermaßen normal feiern auf dem Schillerplatz. Ein Tag, der allen Narren gut tat.

2G+ hieß das Zauberwort. Es fanden auch 2 Empfänge statt. Der der Bohnegard direkt am 11.11. und der der Woigeister kurz danach. Doch dann kam Omikron. Die Inzidenzzahlen schossen in astronomische Höhen und es hagelte Absagen. Angemeldet waren „wir“ für alle möglichen Umzüge, die Realität sah anders aus.

Den Neujahresumzug ließen „wir“ uns trotzdem nicht nehmen. Damals galt ein Versammlungsverbot in der Öffentlichkeit von mehr als 10 Personen, also ändert „wir“ „unseren“ Zugweg, als sich mehr als 10 Personen am Aufstellplatz versammelten. Es ging um das Symbol: Mit dem Neujahresumzug beginnt die Fastnacht. Und „wir“ sind nun einmal die einzige Garde die das coronakonform mit Fahne durchziehen kann.

Coronakonform war das Stichwort für viele Veranstaltungen auch für den Ordensempfang. Alles kurzfristig angesetzt, weil sich die Regelungen gefühlt halbstündlich änderten. Deshalb veranstalteten „wir“ ihn unter freiem Himmel. Ein toller Vormittag, wenn auch ziemlich kalt. Und man merkte den Besuchern an, dass es gut tat, wenigsten etwas Fastnacht live zu machen. Eine besondere Ehre war der Besuch des Prinzen aus Ahrweiler.

Dass „unserem“ Generalfeldmarschall dabei der Stadtorden aufgrund einer Unterschriftensammlung von unserem OB persönlich überreicht wurde hat „uns“ natürlich besonders geehrt – „wir“ wussten im Vorfeld tatsächlich nichts davon.

Doch was machten die anderen Vereine mit ihren Empfängen? Ganz wenige fanden dann doch statt – teilweise mit lustigem Formal. So machte der MCC einen Rundlauf um den Fastnachtsbrunnen mit 5 Stationen und einem ausgefeilten Zeitmanagement.

Alles besser als nichts und abgesehen davon, so hatte man die Gelegenheit, sich an jeder Station auch mal kurz mit Florian Sitte, Jürgen Wiesmann etc. zu unterhalten. Andere Vereine verschickten ihre Orden, was zwar das persönliche Treffen vermissen ließ, aber trotzdem sind „wir“ auch für jeden zugesandten Orden dankbar.

Vieles lief wieder digital aus verständlichen Gründen. So kamen „wir“ sogar zu einer Eskorte bei den LSG Chaote.

Die wollten in Alzey eigentlich mit ein wenig Publikum das ganze Open Air aufnehmen, aber da machte der Sturm einen Strich durch die Rechnung. Sie haben dann anderen Garden abgesagt – aber eine Einmann Garde geht auch im geschlossenen Raum.

Es gab aber auch Präsenzsitzungen unter den Umständen. So wurde MUCC, also der Mombacher Underground Carneval Club reaktiviert und eine Wohnzimmersitzung abgehalten. Nur 20 Personen, alle durchgeimpft und mit negativem Test. Improvisiert, lustig und von „uns“ war der Musikzug im Einsatz.

Im me and all Hotel Mainz fand in der Hotellobby eine hochkarätig besetzte Wohnzimmersitzung statt, für die „wir“ eine Karte ergattern konnten. Kleiner Kreis, Riesenstimmung. Tolle Sache.

Online gestreamte Formate musste man in dieser Kampagne nicht zwingend daheim sehen. Es gab die Möglichkeit, in diversen Kneipen das gemeinsam zu sehen – besser als nichts und man musste es eben so genießen. Das machte auch Laune.

Das Schlimmste wäre den Kopf in den Sand zu stecken und zu sagen: Es geht ja eh nichts und traurig daheim zu bleiben.

Am eigentlichen Fastnachtswochenende ging es für die Verhältnisse hoch her. Höhepunkt war der Rosenmontag, an dem sich spontan eine Party auf dem Schillerplatz ergab. Herrliches Sonnenwetter mit friedlich ausgelassenen Narren auf der Gasse. Dort gaben „wir“ auch der AZ ein kurzes Interview, wie man denn trotz des inzwischen ausgebrochenen Kriegs in der Ukraine feiern kann.

„Wir“ wollen das Thema nicht im Ansatz verharmlosen, finden es schade, dass dieses Jahr Mainz bleib Mainz vorab aufgezeichnet wurde. Dann hätte es in den politischen Vorträgen nur so gehagelt von klaren Worten. Nur bringt es nichts, die Fastnacht nicht zu feiern, auch wenn ein „Geschmäckle“ natürlich bleibt in Anbetracht dessen, dass an anderer Stelle in Europa Menschen sterben. Putin sagt sicherlich nicht: Oh, in Mainz haben die Menschen die Fastnacht nicht gefeiert, da ziehe ich mich aus der Ukraine zurück.

Aber Fastnacht bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen. Also haben „wir“ „uns“ mit dem Verein Mombach hilft e.V. zusammengetan und haben 44 der nicht verliehenen Orden gestiftet, um einen Anreiz zu geben für humanitäre Hilfe in der Ukraine zu spenden.

Ab einer Spende ab 55€ bekommt man einen „unserer“ Orden als Dankeschön zugesandt. So kam ein schöner 4stelliger Betrag zusammen.

Diese Kampagne war wieder einmal ganz anders, als die vergangenen und trotz aller Umstände hatte sie viele schöne Momente. „Wir“ sind vorsichtig, mit der Prognose, ob die Kampagne 2023 wieder normal laufen wird. Wie entwickelt sich das mit dem Krieg weiter? Gibt es neue Mutationen des Corona Virus?

Aber Fastnacht ist das, was man daraus macht und „wir“ schauen immer positiv in die Zukunft. Deshalb freuen „wir“ „uns“ auf die Kampagne 2023, egal wie sie aussehen wird.

An dieser Stelle danken „wir“ allen Aktiven, Vereinen, Garden und den vielen Menschen, die diese Kampagne letztendlich unvergesslich gemacht haben!

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